Donnerstag, 24. Oktober 2013

Auch die gegen massiven Widerstand aus der Bevölkerung durchgedrückte "obere Walke" wird zum Flop für die Backnanger Verwaltung...

Am 18.10. konnte man in der Backanager Zeitung lesen, dass nicht nur die Träume mit dem Rückhaltebecken ohne meine Wasserkraft geplatz sind, sondern scheinbar auch die geplante Bebauung der oberen Walke:

Investor denkt an Wohnbebauung

Die Pläne und die Realität

 

Seit vielen Jahren gab es in der Bevölkerung massiven Widerstand gegen die Pläne für die Bebauung der obere Walke. Diese aktuelle Planung entält eine enorme Auffüllung von Gelände direkt an der Murr, ein Ausgleich soll über das Rückhaltebecken Oppenweiler erfolgen.

Seit 2012 klagt nun der BUND gegen diese Bebauung und vorallem die enorme Auffüllung des gesamten Geländes direkt an der Murr und damit die Verschärfung der Hochwassersituation für Ober- und Unterlieger.

Besonders interessant ist jedoch aktuell, dass nun der Investor über die Wohnbebauung nachdenkt. Daran sieht man, wie schnell man doch in der Bevölkerung vergisst. Bereits 2006 gab es auf privater Basis über eine Diplomarbeit eine Planung für eine Wohnbebauung des Geländes. Diese Diplomarbeit entstand an der Hochschule Ostwestfalen Lippe.

Tja, vielleicht sind die Bürger ja doch nicht ganz soooo dumm, wie es die Verwaltung gerne hätte?

Montag, 21. Oktober 2013

Leserbrief: "Privatkrieg" von Bürgermeister Jäger gegen Dr. Jürgen Küenzlen?



Leserbrief zum Bericht „Überraschende Einigung in Sicht“ vom 10.10.2013 abgedruckt am 19.10.2013 in der Backnanger Zeitung:

Den mehr als zweijährigen „Privatkrieg“ von BM Jäger gegen Herrn Dr. Küenzlen hat allein der Bürgermeister aus Oppenweiler zu verantworten. Hätte dieser seine Funktion als Wasserverbandsvorsitzender sachgerecht wahrgenommen, hätte das Rückhaltebecken schon vor zwei Jahren in die Planung gehen können. Klar wird nun erkennbar, dass es BM Jäger – und nicht zuletzt auch MdL Klenk im Hintergrund – vor allem um den innerörtlichen Hochwasserschutz in Oppenweiler selbst ging, während sämtliche Unterliegerkommunen dadurch einem höheren Hochwasserrisiko ausgesetzt sind. Nun werden die hochgepeppelten Gewerbegebiete von Oppenweiler mit weiteren umweltschädlichen Subventionen staatlicherseits bedacht und die Spirale aus Zersiedelung - Subventionierung von Gewerbegebieten - Vernichtung von Überschwemmungsgebieten setzt sich fort und wird vom Steuerzahler beglichen.
     Was in diesem Ränkespiel aber am meisten befremdet ist die Haltung der Stadt Backnang. Kein Wort des Protestes gegen den Bürgermeister aus Oppenweiler, obwohl Backnang durch dessen Versagen in einem Gefangenen-Dilemma steckt. Der Trittbrettfahrer mit der vorzeitigen innerörtlichen Eindeichung ist dagegen Oppenweiler. Hier sind Fragen zu stellen!
     Wie konnte es dazu kommen, dass die Anliegerkommunen der Rems schon vor Jahren neun größere Rückhaltebecken fertigstellten und damit den Bau innerörtlicher Maßnahmen gänzlich vermeiden konnten? Weshalb hat es OB Dr. Nopper unterlassen, auf den rechtzeitigen Bau des Rückhaltebeckens Oppenweiler zu bestehen, obwohl er die Gefahr für Backnang kennen muss? Weshalb will er nach wie vor den innerörtlichen Hochwasserschutz in Backnang ohne das Becken vor Oppenweiler ausbauen, obwohl er dadurch weite Teile der Backnanger Innenstadt potentiell schädigt? Wieso hat er nicht gegen den innerörtlichen Hochwasserschutz in Oppenweiler geklagt? Stattdessen muss dies von privater Seite aus geschehen, da eine „Krähe der anderen kein Auge aushackt“ (siehe Krankenhaus Backnang). Dessen ungeachtet wird die Obere Walke in Backnang in einer Art und Weise aufgefüllt und bebaut, dass einem nicht nur (bald) Hören und Sehen vergeht, sondern auch noch Angst und Bange bei jedem größeren Hochwasser wird. Der Backnanger OB ist ja nicht persönlich betroffen.

Prof. Dr. Andreas Brunold, Backnang

Samstag, 12. Oktober 2013

Wasserverband stimmt einstimmig für Ausbau- und Erhalt der Rüflensmühle

Unglaublich aber doch wahr, es kommt Bewegung in die Sache, der Wasserverband stimmt am 09.10.2013 für eine Variante 3c mit Erhalt und Ausbau der Rüflensmühle. Damit sind wir heute an dem Punkte, den ich vor genau  2,5 Jahren bereits vorgeschlagen hatte - für eine ein zügige Umsetzung des Hochwasserschutzes für Oppenweiler und Backnang. Im April 2012 hatte man noch einstimmig für meine Enteignung gestimmt. Was in den 2,5 Jahren dazwischen passiert ist, kann jeder in diesem Blog umfangreich nachlesen!

Beitrag dazu aus der Stuttgarter Zeitung vom 16.10.2013.



Mit Schreiben vom 10. April 2011 an das Landratsamt Rems-Murr-Kreis habe ich meinen Kraftwerksausbau beantragt, den Herren Dr. Strobel und Jäger vom Wasserverband hatte ich Monate vorher von meiner Planung persönlich im Detail unterrichtet. Im Antrag an das LRA bereits enthalten der Integrationsvorschlag für die Rüflensmühle in das geplante Rückhaltebecken. Zum damaligen Zeitpunkt gab es noch keine Variante 3a oder 3b, sondern nur die Variante 3 (siehe Bild):


[...]


Aus meiner Sicht ist die „neue Murr“ als reiner Hochwasserentlastungskanal (mit Lage innerhalb des Rückhaltebeckens) zu sehen und zu planen. Dieser Hochwasserentlastungskanal könnte beispielsweise mit einem modernen Schlauchwehr vom vorhandenen Altarm der Murr abgetrennt werden. Damit wäre eine Trennung zwischen Staugebiet meines Kraftwerkes und „neuer Murr“ zur Haltung des Oberwasserspiegels möglich.

Diese Lösung hätte gegenüber der Verbandslösung mit Verfüllung des Flussquerschnittes und rauer Rampe den weiteren Vorteil, dass nur bei sehr großen Hochwasserabflüssen die angrenzenden landwirtschaftlichen Flächen überflutet würden. Durch das derzeit vom Verband geplante Querbauwerk käme es vermutlich regelmäßig, auch bei geringeren Hochwasserabflüssen (unterhalb der Regelabgabe des Rückhaltebeckens), zur Überflutung der angrenzenden Wiesen bzw. Ackerflächen.

Weiter schlage ich vor, den Altarm der Murr im Sinne der WRRL aufzuwerten und durchgängig zu gestalten. Bedingt durch den Kraftwerksneubau wäre eine nahezu dauerhafte Durchströmung des Altarmes mit ausreichend Wasser ab dem Kraftwerksauslauf (derzeitiger Leerschuss des vorhandenen Kraftwerkes) gegeben. Das neue Kraftwerk wird so geplant, dass diese Turbine besonders mit geringen Niedrigwasserdurchflüssen zurechtkommt. 

[...]

Die Sohle des Altarmes könnte dann im Zuge der Renaturierung durch den Verband auf ein Höhenniveau des bisherigen Triebwerkkanals vertieft werden, um eine zusätzliche Fallhöhe für das neue Kraftwerk zu erzielen (inkl. Tieferlegung der vorhandenen Pegelschwelle). Gleichzeitig könnte eine abwechslungsreiche Sohle mit Bepflanzung an den Ufern gestaltet werden.

[...]

Der Bereich des Altarmes (Oberstrom) zwischen neuem Triebwerksauslauf und Damm des Hochwasserverbandes könnte bis auf die Höhe der Querschwelle verfüllt und als naturnaher Auenbereich mit eventuell kleinerem „Wildbach“ gestaltet und bepflanzt werden. Die Wildbachstruktur würde bei den Abflüssen [...] an ca. 100 Tagen im Jahr mit Abflüssen über eine Mindestwasserregelung durchströmt werden. Dies könnte beispielsweise durch eine Überströmung der seitlichen Begrenzung des neuen Triebwerkskanales erfolgen, ähnlich einem Streichwehr, wie es noch vor 110 Jahren an diesem Standort über Jahrhunderte hinweg vorhanden war.

[...]

Ich hoffe, ich konnte Ihnen aufzeigen und verdeutlichen, dass ich mir sehr viele Gedanken in Bezug auf ein Miteinander von Natur und Kraftwerk gemacht habe. Aus meiner Sicht ist es möglich, das Kraftwerk in eine ökologisch wertvolle und aufgewertete Flusslandschaft zu integrieren. Diese einmalige Chance bietet sich heute durch die geplante große Baumaßnahme des Hochwasserzweckverbandes.